Geologie & Naturkunde

Baltischer Bernstein: Herkunft, Merkmale und Bestimmung

Baltischer Bernstein entstand vor rund 44 Millionen Jahren aus dem Harz von Nadelwäldern. Dieser Leitfaden erklärt seine geologische Entstehung, typische Inklusionen und wie sich echter Bernstein von Imitaten unterscheidet.

Zur Geologie
Bernstein auf Granit — baltischer Rohbernstein
Aktuelle Themen

Drei Themenschwerpunkte

Von der geologischen Entstehung bis zu praktischen Bestimmungsmethoden an der Küste.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Succinit: Der Mineralname des baltischen Bernsteins

Baltischer Bernstein wird in der Mineralogie als Succinit bezeichnet. Dieser Name leitet sich vom lateinischen succinum ab und bezieht sich auf seinen Gehalt an Bernsteinsäure (Succinssäure), die in anderen Bernsteinarten so nicht vorkommt.

Succinit entstand hauptsächlich im Eozän, vor etwa 34 bis 44 Millionen Jahren. Die ursprüngliche Waldregion, aus der das Harz stammte, wird in der Forschung als das „Bernsteinwaldgebiet“ bezeichnet und lag vermutlich im heutigen Skandinavien und Norddeutschland.

Mehr zur Geologie
Bernsteinharz Rohstück
Praktische Bestimmung

Echtheitsprüfung: Bernstein von Imitaten unterscheiden

Kunstharz, Glas und Plastik werden häufig als Bernstein verkauft. Einige einfache physikalische Tests können dabei helfen, echten Bernstein zu erkennen: Salzwassertest, UV-Licht und der Nadeltest geben erste Hinweise.

Verlässliche Ergebnisse liefert jedoch nur die Infrarotspektroskopie (FTIR), die das charakteristische Succinit-Spektrum eindeutig nachweist. Gemmologische Institute führen diese Untersuchung routinemäßig durch.

Inklusionen erkennen
Fossiles Insekt in baltischem Bernstein

Fundstellen an der deutschen Küste

Rügen, Usedom und die Bernsteintreppe bei Zingst gehören zu den bekannten Fundpunkten. Der richtige Zeitpunkt, die Windrichtung und die Strandgeographie sind entscheidend.

Küstenfunde erkunden